Tiergartener Gastfreundschaft

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Zuerst waren wir ja etwas geschockt. Da fährt man des samstagabends zu einer "Auswärtsfahrt" nach Tiergarten und soll vor der Turnhallentür stehenbleiben? Wie soll sich das Volk bilden, wenn es die Abteilung Volksbildung nicht zuschauen lässt? Nach vorsichtigen Schritten in die Halle dann die Erleichterung. Es wartete zu später Stunde ein üppig bestücktes Buffet (danke dafür), die Halle war mit Zuschauenden voll. So voll, dass wir keinen Platz an der Seitenlinie ergattern konnten und das Spiel vom Kopfende aus verfolgten.

Und es begann als sehr interessantes Spiel. Köpenick fand sehr schnell ins Spielgeschehen, hatte allerdings arge Probleme beim Rebound und bekam offensiv zu viele Fouls aufgrund bewegter Blöcke. Tiergarten setzte sich folgerichtig schnell mit zehn Punkten ab. Verlorene Rebounds sorgten zudem für immer wieder schnell vorgetragene Schnellangriffe der Gastgeber, die damit ihren Vorsprung zwischenzeitlich gar auf 27:8 ausbauen konnten. Die Einwechslung von Ronny brachte hinsichtlich der Rebounds allerdings spürbare Verbesserung, so dass das erste Viertel mit 28:18 zu Ende ging.

Im zweiten Viertel fand Köpenick immer besser ins Spiel, die Trefferquote des Gegners sank. Dass sich das Momentum in Richtung Gastmannschaft drehte, merkte man an einem tobenden Heimcoach, der bei nur noch sieben Punkten Abstand zu einer Auszeit griff. Und dies führte zum Erfolg. Die gute Köpenicker Zonenverteidung wurde mit drei Dreiern in Folge ausgehebelt, was in einem Halbzeitstand von 60:44 endete.

Mit frischen Kräften aus der Kabine zurückgekehrt, fand der BBC abermals gut in die Partie. Sie kämpften sich wieder heran und zeigten, dass auch auf Seite der Gastmannschaft drei Dreier in Folge möglich waren. Zudem fanden einige schön herausgespielte freie Korbleger ihren Weg durch das Tiergartener Netz. Bei 73:63 wurde wieder die magische 10-Punkte-Abstand-Grenze erreicht und -die nächste- Hoffnung keimte beim Auswärtsfan auf. Das dritte Viertel endete mit einem machbaren 79:66.

Im letzten Viertel konnte man miterleben, was die Tiergartener das ganze Spiel über auszeichnete. Bei nachlassenden Köpenicker Kräften fanden sie nun zu häufig den schnellen ersten Schritt vorbei am Gegner oder servierten alternativ einen, in dieser Spielphase nicht mehr gezählten Dreier. Die Tiergartener Spielfreude musste gar mit einem einhändigen Alley-Oop aus Fastbreaksituation anerkannt werden und Köpenick gab sich mit einem Spielende von 113:88 geschlagen.
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